Georges Simenons »Intime Memoiren« bieten einen faszinierenden Einblick in das Leben und Denken des Autoren. Mit schonungsloser Ehrlichkeit gewährt Simenon den Lesern Zugang zu seinen persönlichen Erfahrungen, Beziehungen und den inneren Dämonen, die sein Werk prägten. Die Memoiren reflektieren zum einen seine literarische Karriere, aber vielmehr die turbulente Zeitgeschichte, die sich ebenso in seinem Schreiben widerspiegelt. An der Stelle wird eine Betrachtung der Memoiren vorgenommen ...
Können Sie sich noch an die ersten Beiträge dieser Rubrik erinnern? Die waren sehr kurz. Irgendwie wurden sie immer länger. Ich finde es interessant, dass aus dem Kapitel, in dem Simenon die Zeit beschreibt, in der er fünfzig Jahre alt wurde und Marie-Jo zur Welt kam, hier auch sehr kurz abgehandelt werden wird. So aufregend es für ihn war, es gibt nicht viel aus dem Kapitel zu berichten.
WeiterlesenFamilie Simenon hatte sich auf den Heimweg gemacht, und was soll ich sagen: Auch in Lakeville gab es gleich Neuigkeiten, die man durchaus als aufregend bezeichnen darf. Aber bevor wir zu diesen kommen, sollen noch zwei Fragen geklärt werden: Was war auf dem Empfang los, an dem auch Henriette Simenon teilgenommen hat und wer war der beste Freund von Georges?
WeiterlesenWenn man schon mal die ein oder andere Biografie über Simenon gelesen hat, wird einem in diesem Kapitel – dem 43. – einiges bekannt vorkommen. Tatsächlich gibt es Zeitungsartikel über die Wiederkehr des bekannten Sohnes der Stadt. Simenons Ankunft und seine Auftritte in Lüttich waren schließlich ein Ereignis. Zumal er bei der Gelegenheit auch alte Journalisten-Kollegen traf.
WeiterlesenWas für ein Ritt! Nach dem Lesen dieses Kapitel musste ich schauen, ob Simenon wirklich die übliche Seitenzahl »eingehalten« hatte. Geht es anfangs beschaulich um Nachbarn in Lakeville, wechselt Simenon im Verlauf zu seinen Eskapaden in New York und einer Love Boat-Überfahrt nach Europa, um schließlich seine triumphale Ankunft in Frankreich zu beschreiben.
WeiterlesenBevor es düster wird, fange ich mit einem beschwingten Thema an: Simenon lässt sich zu Beginn des 41. Kapitels darüber aus, wie wohl er sich auf der Shadow Rock Farm fühlte und wie sehr ihn Land und Leute faszinierten. In seinen Worten: Er war zu Hause. Das Gefühl hatte er lange Zeit nicht mehr gehabt, schon gar nicht in Amerika. Aber nun war er bereit, sich einbürgern zu lassen.
WeiterlesenDie Scheidung von Tigy war erst vor kurzer Zeit rechtsgültig geworden. Simenons finanzieller Spielraum war durch die mit seiner Ex-Frau geschlossenen Vereinbarungen eingeengt. Er selbst schreibt, dass er zu dem Zeitpunkt beinahe mittellos gewesen sei. Bevor die Leser:innen sich zu viele Sorgen machen: Hätte er gejammert, was er nicht tat, wäre das Jammern auf sehr hohem Niveau gewesen.
WeiterlesenDie Simenons hatten sich auf den Weg nach Lakeville gemacht. Sie vertrauten darauf, dass sich etwas finden würde. Ein Makler war beauftragt, ein passendes Anwesen zu finden, während sie zur Miete wohnten. Noch waren die drei mit leichtem Gepäck unterwegs, aber Tigy als Ex-Frau war schon informiert worden, dass ihre neue Heimat die nordwestlichen Ecke von Connecticut wäre.
WeiterlesenNun besteht jedes Kapitel in diesem Buch aus Plaudereien von Simenon. Mir sind die am liebsten, in denen der Belgier mir Fakten vor die Füße wirft. Was war das für ein Auto? Wer soll Fahrradhändler gewesen sein? Was war das für ein Hotel, in dem der Schriftsteller nächtigte. Mit mir macht es das gleiche wie eine mit Baldrian eingesprühte Spielzeugmaus mit Katzen.
WeiterlesenEin eigenes Kapitel für den Abend der Scheidung und den folgenden Hochzeitstag. Es war eine kleine Hochzeit, denn außer den beiden war niemand mehr dort. Selbstverständlich hatte Tigy keine Einladung bekommen zu bleiben und war nach Carmel zurückgereist. Denyse brannte darauf, Madame Georges Simenon zu werden. Und wie ging es ihm?
WeiterlesenIm sechsunddreißigsten Kapitel seiner Memoiren erzählt Simenon, wie die Scheidungsmodalitäten von Tigy finalisiert wurden. Auf den Ehevertrag, der mit Denyse abgeschlossen werden sollte, geht Simenon nicht weiter ein. Wieder einmal stand einer Haushaltsauflösung vor der Tür und Simenon hatte sich von einigem zu trennen. Sie sollte es weitergehen?
WeiterlesenSimenon fieberte, in Carmel wohnend, der Scheidung entgegen. Seinen Ausführungen konnte man entnehmen, dass es mit der Trennung so lang brauchte, da Tigy und Georges in jungen Jahren nicht an einen Ehevertrag gedacht hatten und deshalb mühsam alles ausgehandelt werden musste. Das Geschäft hatten sie in die Hände von Rechtsanwälten gelegt.
WeiterlesenJeder schimpft über die Steuern, über das Finanzamt sowieso. Ich habe damit vor langer Zeit aufgehört und gerate nur noch dann in Wallung, wenn es um Verschwendung geht. Auch wenn ich der Meinung bin, dass hierzulande beispielsweise bei der Masken- und Impfstoffbeschaffung Steuergelder verschleudert wurden, das Grundprinzip stelle ich nicht infrage.
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